Ein klares Zeichen

setzte heute der Verein „Autismus Mittelfranken e.V.“ mit einer Stellungnahme gegen ABA. Als Regionalverband von „Autismus Deutschland e.V.“ ein mutiger Schritt. Und hoffentlich erst der Anfang eines Weges, an dessen Ende ein selbstverständlicher Dialog auf Augenhöhe zwischen Angehörigen, Fachpersonal und Autisten und ein Ende schädlicher Therapieangebote stehen sollte.

Stellungnahme von „Autismus Mittelfranken e.V.“

Ich ziehe meinen Hut. Danke für diese Aussage.

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9 Kommentare zu “Ein klares Zeichen

  1. Wunderbar geschrieben und kommt für mich gerade recht. Mein 13 jähriger Asperger hat jetzt schon den zweiten Tag „zugemacht“ als er in ein Schulpraktikum gehen sollte. Im Moment bin ich etwas ratlos und denke auch an Psychologen, Psychotherapeuten, Verhaltenstherapie. Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben?

    • Es ist schwierig, hier etwas zu raten.

      Uns haben Psychologen-Gespräche geholfen, wo die Kinder erstmal an ihre „Besonderheit“ herangeführt wurden.

      Und benennen konnten, was so anders ist. In der Kommunikation, auf der sozialen Ebene.

      Das sie aussprechen gelernt haben, was sie denn im einzelnen wirklich fertig macht.

      So würde sich bei mir, Deinen Sohn betreffend die Frage stellen, warum macht er zu?
      Was klappt da nicht?

      Ist der Betrieb über den Autismus aufgeklärt worden. Kann Dein Sohn sagen, was ihn so verunsichert? Gibt es einen Handlungsleitfaden durch das Praktikum und kann er erkennen, was auf ihn zukommt? Das es nicht alles so unsicher ist?

      LG Anita

      http://netzwerk.autsight.de/Forum/

      Hier könntest Du auch Fragen dazu stellen und verstehen lernen, auf was Du achten kannst. 😉

      • Danke für die Antwort. Mein Sohn ist in einem Körperbehindertenzentrum. War die einzige Möglichkeit für Schule. Dort fühlt er sich auch wohl, weil seine Besonderheiten akzeptiert werden. Ist aber nicht ideal, weil Autismus auch für sie eine Besonderheit ist mit der sie nicht so ganz optimal umgehen. Wir sind aber in engem Kontakt, insofern ist es einigermaßen verträglich für alle machbar. Dazu gehört natürlich dann auch, dass es eben kein Handlungsleitfaden gibt für das Praktikum und er auch gar nicht wusste, was auf ihn zukommt. So viel ich konnte, hatte ich ihn vorbereitet. Das hat aber nicht gereicht. In der Regel weiß ich, wann er zumacht und dann auch warum. In diesem Fall denke ich, dass das Neue und vor allem Ungewisse was ihn erwarten sollte einfach zu groß und zu viel war. Er weiß auch sehr genau, dass das eine Hürde ist mit der er kämpfen muss. Wir reden auch sehr viel darüber, wenn er wieder ansprechbar ist was dann relativ schnell auch geht, wenn er aus der Situation raus ist.
        Ich habe auch schon mit unserer Kinderärztin gesprochen (die sehr viel Verständnis für seine Besonderheiten hat) und sie wird mir eine Überweisung zu einem Psychologen ausstellen. Bin gespannt wie das weitergeht.

        • Hallo Peter,

          du weißt eigentlich selbst, was genau der Grund ist. Die ganze Situation ist zu unklar, es fehlt die Struktur. Eigentlich wären dann die Schule und der Betrieb in der Pflicht, für klare und vorhersehbare Abläufe zu sorgen. Das ist anscheinend suboptimal gelaufen.

          Vielleicht kann ein guter Psychologe deinem Sohn helfen, sich Strategien für solche Situationen zu erarbeiten. Das ist aber ein langfristiger Prozess und wird jetzt nicht mehr helfen.

          • Vielen Dank für Eure Beiträge. Klar weiß ich, warum er da zumacht. Das haben wir zu Hause 13 Jahre lang praktiziert, ihn auf fremde Situationen die kommen vorzubereiten. Bei jedem Urlaub, Ausflug, Schuluntersuchung (da könnte ich jetzt ne Seite vollschreiben). Oft hat es gut funktioniert aber oft auch nicht (die erste Schuluntersuchung ist völlig daneben gegangen, weil zuerst allein reinsollte und ich dann nachkommen sollte. Das wusste ich nicht vorher und konnte ihn auch nicht vorbereiten). Ich bekomme jetzt erst einmal einen Termin im Kinderzentrum bei einem Psychologen. Mal sehen, ob derjenige sich mit Asperger auskennt. Das werde ich sehr schnell mitbekommen.
            Um aber auf ABA zurückzukommen: Ich kannte das vorher nicht und habe auch schon mit einem befreundeten Psychologen über Verhaltentherapie nachgedacht. Aber das oben in der Stellungnahme beschriebene System würde ich niemals bei meinem Sohn anwenden lassen. Bei uns hat immer Vorrang, dass alle Kinder (er hat noch einen Bruder mit anderen Besonderheiten) so sind und so bleiben bzw. sich entwickeln sollen wie sie selbst sind bzw. die Voraussetzungen haben. Ihn auf bestimmte Verhaltensweisen zu drillen würde für uns niemals in Frage kommen. Das muss anders gehen. Er ist einzigartig und das soll er auch bleiben. Und den langfristigen Prozess werden wir sicher auch hinbekommen.
            Schön, dass ich dieses Forum gefunden habe!

  2. Als der Verdacht auf ASS bei uns aufkam, bin auf der Suche nach Infos über die Konditionierungsmethode ABA gestolpert und war damals schon mehr als schockiert. Und wenn ich heute Sätze wie: „Catherine Maurice lebt in den USA und ist Mutter von zwei autistischen Kindern, die sich von den Auswirkungen des Autismus erholt haben. Sie hat ein Buch über die Anwendung von ABA nach Lovaas geschrieben“, bin ich heute noch über die Maßen schockiert. Warum müssen Kinder konditioniert werden und zu Maschinen werden? Warum dürfen Kinder, ob im ASS oder NT oder, oder, oder nicht das sein was sie sind: faszinierende kleine Wesen die mit ihrem Sein die Welt etwas bunter machen?

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