alltägliche Absonderlichkeiten

Nächste Woche fängt bei uns die Schule wieder an. Wir wissen, dass an einem oder zwei Tagen pro Woche der Unterricht bereits zur nullten Stunde beginnt. (Nullte Stunde? Ernsthaft, wer denkt sich denn so etwas aus? Was war denn an der früheren sechsten Stunde falsch? Welches Kind ist um diese Uhrzeit eigentlich schon aufnahmefähig?) Wir haben aber natürlich noch keinen Stundenplan. Den gibt es erst in der zweiten Schulwoche endgültig. Hoffentlich. Im April baten einige Eltern inklusive mir bereits darum, ob nicht zumindest die Wochentage mit der nullten Stunde vorab bekannt gegeben werden könnten. Weil die Fahrkinder zweier Orte durch diese wunderliche Anfangszeit in große Schwierigkeiten kommen. Ich fragte, weil ich für Paul die Weiterbewilligung des Behindertenfahrdienstes beantragen musste. Die Schule zuckte mit den Achseln. Man wisse es noch nicht, die Stundenpläne seien abzuwarten. Jetzt kam, was irgendwie ja kommen musste. So ganz grundsätzlich wäre Fahrdienst für Paul zwar schon möglich, der Antrag kann aber erst bearbeitet werden, wenn ich für jeden einzelnen Wochentag die genauen Zeiten angeben kann. Und ob zur nullten Stunde überhaupt der Fahrdienst bewilligt wird, müsse man noch sehen. Weil das ja vermutlich grundsätzlich eine Einzelfahrt wäre. Man müsse doch die Kosten im Auge behalten. Und so sitzen wir hier, eine Woche vor Schuljahresbeginn. Ich kann Paul nicht sagen, wann er jeden Morgen aufstehen muss. Ich kann ihm nicht sagen, ob er mit dem Taxi fährt, wir ihn mit dem Auto bringen oder er spontan das Busfahren erlernen muss. Seufz.

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10 Kommentare zu “alltägliche Absonderlichkeiten

  1. Nullte Stunde gab es bei uns auch (Mitte der 90iger). Es ist grauenhaft, denn da schläft man im Prinzip noch (bei uns ging es um 6:55 Uhr los). Ich glaube die nullte Stunde ist ein Zeichen von Ressourcenmangel.
    Ich wünsche Paul, dass er da gut durchkommt.

  2. „Hier“ in einer Schule in BaWü gab es Beschwerden gegen die nullte Stunde, daraufhin wurde kurzerhand die erste Stunde um 35 Min. nach vorne verlegt m)
    Es ist in fast jeder Hinsicht absoluter Blödsinn und Leute sollten mal von dem Gedanken wegkommen, dass mehr Zeit in der Schule verbringen automatisch bedeutet, dass mehr gelernt werden kann…

    • Der Gedanke hier ist nicht, dass die Kinder mehr Zeit in der Schule verbringen, sondern dass sie keine 6. Stunde haben sollen. Besonders albern, weil die Schule zukünftig ohnehin offene Ganztagsschule wird.

      • Oh, okay. Hier ging es darum, Platz für zusätzliche Verwaltungsstunden zu schaffen, „Klassenlehrerstunde“ aka „Poolstunde“.
        Mit nur einer reinen Verschiebung der Unterrichtszeit ist es ja noch absurder… Da ist ja in keiner Hinsicht irgendwas gewonnen. Gibt es dafür irgendeine, auch nur ansatzweise nachvollziehbare Begründung?

  3. Oh, Mann, so zieht man sich Schulverweigerer heran, bei unseren autistischen Kindern erst recht. Durcheinander ist Stress pur. Wenn es sowas auch bei Pubertierenden gibt, dann geht das schief. Die können so früh rein körperlich nicht, warum also quälen?

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