Paul erklärt…Stimming

Heute gab es einen beachtenswerten Dialog zwischen den Geschwistern im Auto. Der kleine Bruder fragte Paul „Was machst du eigentlich immer mit deinen Fingern?“
Paul legt sehr häufig die Fingerspitzen beider erhobener Hände nacheinander gegeneinander und klopft auch die Fingerknöchel aneinander.

Als Paul nicht antwortete, sagte der Papa zum Kleinen „Das ist Stimming. Es gibt ihm ein Gefühl von Sicherheit.“

Paul widersprach: „Nein, nicht Sicherheit, das mache ich, damit ich weiß, es ist alles in Ordnung!“

Papa: „Und dann fühlst du dich sicherer?“

Paul: „Oh ja, stimmt. Ich fühle mich dann auch sicherer.“

Kleiner Bruder: „Das ist gut“

Ich saß daneben und schmolz dahin. Paul ist jetzt 10 Jahre alt und auf einem sehr guten Weg zur Selbstakzeptanz als Autist. Ich finde es großartig, so wünsche ich es mir für ihn.

Bis zu diesem Punkt zu gelangen war nicht einfach. Wie es jetzt dazu kam, werde ich auch noch erzählen. Aber nicht heute.

 

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2 Kommentare zu “Paul erklärt…Stimming

  1. Da bin ich gespannt. Selbstakzeptanz dürfte mit das wichtigste sein, was es gibt, umso schöner zu lesen, dass er da auf einem guten Weg zu sein scheint, mit seiner autistischen Identität selbstbewusst umzugehen. Schön, dass ihr ihm dabei unterstützt. 🙂

  2. Schön! Ich denke gerade über den Unterschied zwischen „in Ordnung“ und „Sicherheit“ nach. Sicherheit ist für mich so negativ politisch aufgeladen, dass ich „in Ordnung“ irgendwie aussagekräftiger finde. Aber das ist bei Paul ja wahrscheinlich nicht so 🤔

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