„Es kann doch nicht schaden“? – Diätenwahn

Es ist mal wieder so weit. Alle paar Monate schwappt durch Autismusforen und Facebookgruppen die Diskussion über die sogenannte „Autismusdiät“. Immer dann, wenn mal wieder auf irgendwelchen dubiosen Internetseiten (Kopp, Zentrum der Gesundheit und ähnliche Kaliber) irgendwelche haltlosen Artikelchen gepostet werden oder Arte zum xten Mal den Film über den angeblichen (und längst widerlegten) Zusammenhang zwischen Darmbakterien und Autismus wiederholt. Ab und zu taucht in Foren, auf sozialen Medien und sogar in Postfächern von Elternselbsthilfegruppen auch gezielte Werbung für Internetseiten und Bücher auf, die die Diät bewerben. Guckt man sich diese Seiten und Bücher an, wird eines sofort deutlich: Belege für die Behauptung, dass eine gluten- und caseinfreie Ernährung „Autismussymptome lindert“ oder sogar „Autismus heilt“ (Originalzitate) gibt es keine. Dafür irgendwelche rührseligen Geschichten angeblicher Erfolge und ganz viele Bücher, Nahrungsergänzungsmittel und Co., die man unbedingt erwerben muss. Das erinnert doch stark an die MMS-Szene, nicht wahr? Das Muster hinter solch zweifelhaften Angeboten ist immer ähnlich: Sprich verzweifelte Eltern an, erzählt ihnen von „sensationellen“ Erfolgen und verkauf ihnen dann möglichst viel unnützes Zeug. Dummerweise funktioniert das auch noch ganz wunderbar. In den letzten Tagen habe ich gleich an mehreren Stellen wieder Diskussionen mit Eltern geführt, die auf die Diätmasche angesprungen sind. Sowohl Eltern, die sich jetzt neu für das Thema interessieren, als auch Angehörige, die die Kinder schon länger, teilweise jahrelang, mit dieser Diät traktieren. Was man da teilweise zu lesen bekommt, ist haarsträubend. Besonders auffällig bei diesen Diskussionen ist es, dass man mit rationalen Argumenten wie der oben verlinkten Studie, die ganz klar belegt, dass es keinerlei Zusammenhang zwischen Darmbakterien und Autismus gibt, überhaupt nicht weiterkommt. Das wird nicht nur einfach ignoriert sondern es wird sogar wieder und wieder das Gegenteil behauptet. Und noch viel schlimmer: Ratsuchende Eltern werden aktiv auf die Diät verwiesen, selbst wenn sie nur nach Tipps für den besseren Umgang mit ihren Kindern gefragt haben. Wenn man dann mal nach Belegen fragt, warum weiterhin hartnäckig geleugnet wird, dass die Wissenschaft eben anderer Meinung ist, dann wird plötzlich unterstellt, man würde die Personen ja persönlich angreifen oder beleidigen. Vollkommen irrational. Exemplarisch picke ich mir jetzt mal ein paar Aussagen der Diätanhänger raus und beantworte sie hier.

„Es kann doch nicht schaden“

Doch. Kann es. Eine streng gluten- und caseinfreie Ernährung kann einem Kind im Wachstum im Extremfall irreparable Gesundheitsschäden zufügen. Das reicht von Wachstumsstörungen bis hin zu geistigen Schäden. Nicht umsonst bekommen Eltern zöliakiekranker oder milcheiweißallergischer Kinder eine spezielle Ernährungsberatung von den Krankenkassen bezahlt, bei der es unter anderem um die Vermeidung von Nährstoffmangeln geht. Sicherlich sind gesundheitliche Schäden dadurch sehr, sehr selten, aber die Diät schadet auch noch in einem ganz anderen Bereich, nämlich psychologisch. Du bist nicht richtig, du brauchst eine Diät.

„Einen Versuch ist es wert.“

Da weiß ich immer nicht, was ich von diesem Scheinargument halten soll. Ganz oft (aber nicht nur) kommt dieser Satz nämlich von Eltern, die ansonsten recht beratungsresistent sind, wenn es darum geht, äußere Umstände zu verbessern, um dem autistischen Kind zu helfen. Den Tagesablauf strukturieren und durchplanen, um den Kind Sicherheit zu geben? Viel zu umständlich. Das Kinderzimmer umgestalten und Rückzugsorte schaffen? Das macht ja Arbeit. Akzeptieren, dass das Kind ein Problem mit dem Haarekämmen hat und eine pflegeleichte Frisur wählen? Kommt gar nicht in Frage.
Aber für die Umsetzung der Diät, die ja nicht gerade unkompliziert ist, sind dann plötzlich Kapazitäten da. Selbstverständlich muss auch nur das Kind auf Eis, Kuchen, Schokolade und Co. verzichten, die Eltern sind keinesfalls dazu bereit. Ich frage mich dann öfter, ob sie das Kind unbewusst dafür bestrafen, dass es so ist wie es ist.

„Der Arzt hat zwar keine Unverträglichkeit festgestellt, aber trotzdem.“

Da schüttelt es mich jedes Mal. Wenn man nachfragt, ob denn mal beim Arzt auf Zöliakie oder Milcheiweißallergie getestet wurde, erntet man entweder vielsagendes Schweigen oder eben den genannten Satz. Meist wird gar nicht erst ein Arzt konsultiert sondern einfach auf „blauen Dunst“ losdiätet. Und wenn ein Arzt befragt wurde, der aber weder eine Allergie noch eine Zöliakie oder sonstige Erkrankung, die eine spezielle Ernährung bedingt, festgestellt hat, dann wird eben ein „Biomediziner“ oder Heilpraktiker befragt. Die wollen natürlich Geld verdienen und finden auch prompt das Gewünschte. Natürlich mit Tests, die auch schon aus eigener Tasche teuer zu bezahlen sind und in keinem unabhängigen Labor bestätigt werden können. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

„Aber bei uns hilft es“

Okay, ich gebe mich geschlagen. Die Diät bewirkt wohl doch etwas. Oder? Forscht man mal genauer nach, relativiert sich das schnell wieder. Die Diätbewerber schreiben selber, dass man die Diät mindestens 6 Monate, besser ein Jahr lang, ausprobieren soll, damit sich Erfolge einstellen können. Wer auch nur einen Hauch von Ahnung von kindlicher Entwicklung hat, wird an dieser Stelle stutzen und sagen „Aber Kinder entwickeln sich doch sowieso innerhalb von ein paar Monaten weiter“. Richtig. Und genau darauf setzt diese Diät auch. Autistische Kinder entwickeln sich zwar anders und oft langsamer als andere Kinder, aber natürlich lernen auch sie dazu. Und sobald auch nur in irgendeinem Bereich ein winziger Fortschritt erzielt wurde, wird alles auf die Diät geschoben. Voilà, es funktioniert scheinbar. Ein anderer Punkt, der in den Erfolgsberichten immer wieder auftaucht ist, dass die Kinder „viel ruhiger“ sind. Das wiederum können tatsächlich auch Anzeichen für einen Nährstoffmangel sein.

„Man sollte für alles offen sein“

Zu guter Letzt noch mein Lieblingsargument der letzten paar Tage. Das ist vom Prinzip her die Forderung, alle medizinischen und biologischen Kenntnisse über Bord zu werfen und jede noch so absurde Idee ernst zu nehmen. Ob nun Diäten, MMS, Brokkolikapseln oder Elektroschocktherapien.
Darauf gibt es von mir nur eine Antwort:

„Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein“

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27 Kommentare zu “„Es kann doch nicht schaden“? – Diätenwahn

  1. 👍👍👍👍👍👍 Ihrem post ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen!!! (Wenn man die Wahrheit mag) ☝☝☝☝☝

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  3. Ehrlich, wieso sollte es Autisten besser gehen als dicken Kindern? 😉

    Es liegt in der Natur der Sache, das Diäten nichts helfen. Die Kernelemente haben etwas mit Glauben und Religiösität zu tun, mit Selbstkasteiung und wie Sie selbst schon andeuten, mit der Bestrafung derer, die nicht „richtig“ sind.

    Diäten sind doch heute Allheilmittel für alles. Niemand ißt und trinkt mehr, alle Ernähren sich, wenn man den Medien glauben schenkt. Jeder muss sich kasteien, überall protestantischer Asketismus.

    Am Ende ist der Glaube an die Diät das, was die Eltern vielleicht noch grade so bei der Hoffnung auf eine Besserung hält und wenn Sie diesen sagen, das diese Diäten nichts nutzen, dann nehmen Sie diesen Leuten die Hoffnung auf eine Besserung. Manche wollen halt lieber an eine Lüge glauben, als die Warhheit wissen.

    Das da Autismus eine Rolle spielt, ist dabei nur eine Randnotiz. Es ist wie auch MMS der Ausdruck des Hangs der Menschen zur Esoterik, Selbstbetrug, Verzweiflungstaten etc. um einen vermeintlichen Ausweg zu finden – Wobei die Esoterik nur einer Übersprungshandlung gleich kommt und eben doch nicht hilft sondern eine unheilvolle Allianz zwischen Lüge, Selbstbetrug und Status Quo bildet. Die Eltern / Diät-Organisatoren / Diät-Dealer können sich einreden, sie täten etwas, sie würden helfen wollen und dahinter ihre eigenen Interessen oder Ängste, ihre Hilflosigkeit und das Versagen verstecken.
    Es ist halt für die meisten besser scheinbar etwas zu tun, es läßt sich auch leichter gegenüber anderen Argumentieren, wenn man etwas (idiotisches) macht, als wenn man dann seinen Aktionismus einstellt und sich nicht mehr rechtfertigen kann: „Ich tu doch was!“.
    „Daran kann ich nichts ändern, das ist wie es ist. Das Kind ist krank/gestört/autistisch halt eben nicht Normal, aber sonst ein tolles Kind mit vielen liebenswerten Besonderheiten!“. Schon mal über dicke Kinder gehört? Nein, die müssen noch viel mehr mit Diäten geknechtet und gefoltert werden bis sie dem Norm-Werte-System der asozialen Pseudo-Medizin entsprechen sollen.

    Insofern ist der Diätwahn ein Symptom für ganz andere viel tiefer liegende Probleme unserer Gesellschaft / der Betroffenen und deshalb werden Sie auch wenig Erfolg beim bekämpfen desselben haben.
    Mit Verständniss gegenüber den Tätern, wenn man die Verzweiflung aufgreift, anspricht und bewußt bessere Lösungen die auch besser erfahrbar sind, die sich als besser herausstellen werden, wenn man das probiert, dann kann man oft mehr erreichen. Man muss solche Eltern bei der Hand nehmen und ihre Ängste und Hilflosigkeit beenden, damit diese nicht zielführenden Ersatz(be-)handlungen/Übersprungshandlungen ein Ende finden und die Kinder dann von sinnvolleren Maßnahmen profitieren können. Trotzdem wird man nicht viele erreichen.

    • Vielleicht müßte man die Eltern Zwangsweise zu Professionellen Beratunge schicken und Konntrollieren um zu verhindern, dass überhaupt erst zu Methoden wie Diäten, MMS etc.
      überhaupt erst angewendet werden, ggf. sind öffentliche Warnungen vor derartiger Quacksalberei herauszugeben am besten in Medien wie Zeitungen, dem Fernsehen usw.
      die eine breitere Aufmerksamkeit in gesllschaft besitzen, sowie Strafrechtliche Maßnahmen
      gegen die Esoteriktherapieverkäufer, die gnadenloser härte (etwa mehrjährige Haftstrafen)
      durchgeführt werden.
      Sollte die Elter weiterhin zu solchen Methoden greifen muss das Kind zum Schutz von der Familie getrennt werden und dann ist die „Verzweiflung“ der Eltern erst einmal egal, weil
      zuerst das Kind geschützt werden muss.

      • Man kann nicht alle Eltern autistischer Kinder unter Generalverdacht stellen und ständig überwachen. Ich würde mir das auch verbitten. Die Idee mit den Beratungen ist schon ganz gut, allerdings kann man niemanden zwingen, eine Beratung wahrzunehmen. Und dann fehlt es auch massiv an seriösen Anlaufstellen. Es gibt ja sogar Therapeuten, die Eltern fragwürdige Methoden empfehlen. Ob nun Diäten, ABA oder sogar Festhaltetherapien (neuerdings in Ergotherapiepraxen immer verbreiteter, nennt sich hochtrabend KIT).

        Momentan bleibt wohl nur, wieder und wieder die Konfrontation mit den Anhängern von Diäten und Co. zu suchen und aufzuklären.

        • Ich habe einen Verbesserungnsvorschlag zu meiner voherigen Idee.
          Das mit den öffentlichen Warnhinweisen vor MMS etc. werde ich als Idee beibehalten, allein
          damit die der Informationszugang gegeben ist.
          Nach einiger überlegung ist auch der Gedanke gekommen, dass es eine schlechte Idee ist
          die Eltern mit zwängen zu bombardieren, allerdings sollte man zumindest den Therapeuten auf die Finger schauen und notfalls die zulassung entziehen, wenn sie ihre Patienten
          Gesundheitsschädigende Substanzen wie MMS einflößen oder zu Foltermethoden wie KIT
          oder der im Artikel erwähnten Elekroschock-„Therapie“ greifen, wobei ich das wort „Therapie“
          in Anführungszeichen gesetzt habe, das ist keine Therapie sondern Physische Folter ,wenn
          so etwas mit normalen Menschen gemacht wird ist das Körperverletzung und missachtung
          des Menschenrechtes, aber wenn es mit jemanden gemacht wird der anders ist als die
          Gesellschaft erwartet stört es keinen mehr.

  4. Dass irgendwelche Qacksalber solchen Humbug verbreiten macht mich Krank sowohl die Ignoranz der Eltern gegenüber den bedürfnissen ihres eigenen Kindes (Wer wissentlich Gesundheitsschäden des Kindes für so eine schwachsinnige Diät riskiert begeht in erster Linie
    Körperverletzung, in solche Fällen ist das Jugendamt und ggf. die Polizei zu alarmieren), als
    auch die Gier der „Anbieter“,die sich der Anstiftung zur Körperverletzung und des Betruges
    Schuldig machen.
    UM denen zu zeigen dass, Quacksalber nicht willkommen sind sollte jeder die Polizei Informieren, mitkriegt dass, so ein Dreck Verkauft wird, Außredem müsste die Justiz so hart wie möglich dagegen vorgehen und von Politischer Seite erhoffe ich mi, dass Richter die Befugniss habe gegen betreffende Heilpraktiker ein Verbot der weiterführung ihres Berufs
    Auszusprechen.
    Traurig werde ich dabei auch, weil mir die Kinder leidtun, die das erdulden müssen.

    • Ganz so einfach ist es eben nicht. Eine gluten- und caseinfreie Diät erfüllt nicht rechtlichen die Voraussetzungen für Körperverletzung. Wenn Mangelerscheinungen auftreten und nicht behandelt werden bewegen sich die Eltern maximal im Bereich von Vernachlässigung. Und da sie dem Kind ja nicht vorsätzlich schaden wollen, wird kein Gericht diese Eltern verurteilen.

      Selbst bei MMS, was ja auch nach Einschätzung mehrerer Behörden die Anstiftung zur Körperverletzung erfüllt, wenn es als Heilmittel beworben wird, schreitet die Polizei bei den Verkäufern nicht wirklich ein.

      So traurig das für die Kinder auch ist.

      • Danke für ihre ehrliche Antwort.
        Ich werde versuchen meine Einstellung zu überdenken.
        Jedoch bin ich immernoch der Meinung, dass die Anbieter härter verurteilt werden sollten,
        allerdings bin ich bereit den Betreffenden Elter zu verzeihen, wenn sie ihr Kind Aufrichtig um
        Verzeihung bitten und ihre Fehler einsehen, den Anbietern jedoch handeln aus reiner Gier,
        weswegen ich dafür bin die Anbieter zumindest bei Sachen wie MMS und KIT mit sämtlicher härte der Justiz zu Verurteilen.
        Wie gesagt bei verzweifelten Eltern bin ich bereit ausnahmen zu machen, wenn sie Ihre Fehler
        einsehen, sich aufrichtig bei ihrem Kind Entschuldigen und ihm eine Angemessene Entschädigung zukommen lassen.
        Aber bei denen die nicht lernen WOLLEN oder den aus Gier handelnden Anbietern werde
        ich miene härte beibehalten, da solche Menschen unbelehrbar sind.

        PS: Entschuldigung für die Rechtschreibfehler bei meinen voherigen Kommentaren,
        ich war beim schreiben etwas aufgebracht.

  5. Relativieren Sie doch mal die Probleme dieser Kinder. Auch wenn diese Kinder besonders betroffen sein mögen, aber das sind andere behinderte Menschen auch. Ich sehe auch nicht das man immer „DIE KINDER! DIE KINDER!“ rufen muss, als wäre das Leiden der Erwachsenen weniger wert. Natürlich sind hier auch alle am Thema Autismus interessiert, aber wie ich schon andeutete geht es Arbeitslosen, prekär Beschäftigte, Asylanten, Obdachlosen, alte Menschen, und vielen Menschen mehr AUCH nicht gut, im Gegenteil gegen diese gibt es einen umfangreichen gesellschaftlichen Konsens, der Diskriminierungen entschuldigt bis hin zu offenem strukturellem Rassismus gegen gewichtige Mitmenschen Nordische Rassenlehre jetzt auch Fettarm – Dipl. Soziologe Klaus Alfs . Beispiele für die anderen Gruppen spare ich mir, das ist allen hier geläufig.
    Unsere Welt ist nicht perfekt, kein Mensch ist perfekt. Alle machen Fehler und sicher sind Täter schuldig, aber oft sind eben Täter beides – Opfer und Täter.
    Der Staat ist ein Korrektiv, aber er kann nicht dafür sorgen, das alle sich anständig und einfühlsam verhalten. Das ist die Aufgabe, die Sie hier wahrzunehmen versuchen.

    Die Verständigungsprobleme sind nicht sachlich fachlicher Natur, sondern emotionaler Natur. Man muss die Täter in ihrer Hilflosigkeit, in ihrer Machtlosigkeit verstehen und dann kann man sie vielleicht! dazu bewegen etwas zu verändern, wenn man ihnen ihre Fehler verzeiht und ihnen damit auch die Schuld abnimmt – Sonst blockiert die Gefahr die eigene Schuld und Täterschaft zu erkennen, auch die Einsichtsfähigkeit. Wer Fehler gemacht hat, dem muss man sagen, das das ok ist, das man das nur ändern braucht das niemand das Recht hat jemandem wegen seiner früheren Fehler anzuprangern. Wichtig sei nur und ausschließlich das, was man ab jetzt tut. Es geht darum den tief sitzenden Schuldkomplex aufzugreifen und aufzulösen und bessere Methoden anzubieten, die aber auch im Einzelfall funktionieren müssen und den Menschen gerecht werden müssen.

    Die Eltern sind ausserdem nicht einfach nur Täter im Sinne von Verbrecher gegen Autistische Kinder, sie sind auch Co-Opfer, neben ihren Kindern. Das ist eine sehr schwierige Rolle für viele Eltern. Hinzu kommt, das bekannterweise Autismus häufiger in Familien mit gehäuft grenzwertigen Persönlichkeiten / Charakteren auftaucht, oft werden die Anlagen ja vererbt an die Kinder. Diese Eltern sind unter Umständen selbst auch mehr oder weniger Betroffen von psychischen Störungen, Persönlichkeitsstörungen.

    Es ist meistens die Summe aus den Überforderungen, die die Eltern in die Hände von Bauernfängern treiben. Wenn dann Aufklärer mit spöttelndem Ton kommen, die Verzweiflungstaten dieser Eltern schlecht reden, na dann ist es nachvollziehbar das diese Eltern sich anderen zuwenden, die ihnen Honig um den Bart schmieren und tief in die Trickkiste greifen um den Eltern als Hoffnungsträger zu erscheinen. Als Erlöser mit Patentrezept, das garantiert hilft, wenn man nur genug dran glaubt, oder es „richtig“ macht.

    Was ich neben den anderen Dingen sagen möchte: Bischen Ball flach halten. Jeder Kranke leidet. Mal mehr mal weniger. Da sind Autisten auch keine Ausnahme. Die Ursache für die Probleme sind nicht Eltern, die Fehler machen, die Ursache für die Probleme ist der Autismus an und für sich.

    Damit souverän umzugehen schaffen nun mal nicht alle Eltern. Mit den Kränkungen, den Selbstvorwürfen, den Verlusten, der kaputten Hoffnung auf eine „schöne“ Familie, ein geordnetes Familienleben. Da bricht bei vielen Betroffenen eben ein Lebensentwurf zusammen etc.

    Bischen mehr Verständniss untereinander würde sicher mehr dazu beitragen, einige der Täter zu erreichen, um ihnen ihren Irrtum nahe zu bringen.

    Schönen Feiertag.

    • Ich werde mich um ein bisschen verständnis gegenüber den Eltern bemühen, solange sie
      ihre Fehler einsehen.
      Aber es gibt auch solche, die nicht lernen wollen, eventuell sogar schon Hass auf ihr eigenen Kinder Entwickelt haben und ihre „Verzweiflung“ als Ausrede nutzen, um dasKind in der Kaputten Familie zu behalten.
      Außerdem gibt es da noch die Anbieter die aus finanziellen Motiven handeln, und diese
      rein auf befriedigung der eigenen Geldgier ausgelegten Aktionen kann und muss man nicht verstehen.

      • Schön das Ihnen das sinnvoll erscheint. Ich möchte Ihnen auch nicht direkt widersprechen Darkwolf, dennoch will ich noch mal sagen, das die Eltern nicht ihre Kinder hassen, sondern den Autismus. Irgendwann verbinden manche Eltern aber nicht mehr die Probleme und Enttäuschung mit der Störung/Krankheit/Autismus, sondern sie fangen an zu verdrängen, das es um ihr eigenes Kind geht. So wie viele Menschen vergessen, das sie sich selbst schaden, wenn sie sich mit gefährlichen Drogen vollstopfen, sich selbst verletzen. Obwohl die meisten Menschen sich nicht selbst hassen, tun sie sich das selbst an. Auf eine ähnliche Art und Weise vergessen Menschen ihre Empathie passiert das Eltern auch irgendwann. Die wirklich allermeisten wollen ihren Kindern aber nicht schaden, ertragen aber die Probleme nicht mehr und werden dann relativ gesehen unbarmherzig. Sie sehen einfach nicht mehr das Leiden, sondern mehr den Affront, nicht mehr das Elend, sondern die Provokation.

        Hinzu kommt ja noch die unterschiedliche Herangehensweise. Nicht jeder ist der Auffassung das hätscheln der bessere Weg wäre, einige sind eher grobschlächtiger, ohne aber Schaden zu wollen. JEdoch wie bei einer Operation nehmen Eltern den Schmerz der Kinder in Kauf, auch und wegen der Hoffnung oder oder Einsicht, das es hinterher den Kindern besser geht.

        Das größte Problem ist wohl die zu wenig fachlich hinterfragte Therapeutik und die wenigen Möglichkeiten schädliche Therapien zu verbieten, zu ächten. Dafür kann aber nur der Staat verantwortlich zeichnen und diese oder jene Therapie verbieten, weil ersichtlich und bewiesen ist, das sie foltertechniken entspricht. Aber gerade das ist bei z.B. Festhalten schwierig zu vermitteln, das es im Kern eine Fixierung ist, die in der Psychiatrie angemessene notwendige Situationen kennt. Das Verbot in der einen Situation macht die Anwendung in der anderen Situation schwierig und zu einem rechtlichen Hindernissparkour. Das ist alles nicht einfach abzuwägen und manchmal muss man mit Schäden durch diverse Gesellschaftliche Zustände leben. So wie man auch die Nebenwirkungen von Medikamenten akzeptiert, abwägt oder von Impungen. An einer Krankheit sterben vielleicht 500.000 Menschen jährlich, nach der Impfung nur noch weniger als 1000. Aber dafür noch mal 5000 erkranken oder sterben an Folgen der Impfungen. Das ist nicht schön, aber leider der einzig verfügbare Weg 494.000 Leben zu retten und ebenso oft die Gesundheit zu retten.

        So ist das Leben leider oft, man sollte nicht unbedingt zu simpel denken und auch nicht so schnell mit dem Verurteilen anderer dabei sein.

        Beste Grüße

        • Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedruckt.
          Ich meinte nicht die Eltern die ihre fehler einsehen, sondern die, die auf biegen und brechen
          an solchen Methoden festhalten ohne sich bessern zu wollen, sowie die Anbieter die aus Gier
          handeln und bei denen man nichtmal von nachvollziehbaren Motiven reden kann, weil es denen nur ums Geld geht, außerdem ist das erwähnte Festhalten nur in von ihnen genannten
          Asnahmesituationen erlaubt, außerhalb solcher situationen ist das Festhalten illegal, da es
          als Züchtigunsmaßnahme gilt und es gibt auch schon greichtlich Urteile wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung.
          Manchmal frage ich mich wozu die UN-Behindertenrechtskonvention da ist, wenn sich offensichtlich keiner daran hält.
          Ich sagte ja schon, dass ich bereit denen zu verzeihen die ihre Fehler einsehen, aber auch nur denen, weil ich sonst die befürchtung habe, dass die erwähnte Verzweiflung dann auch als Ausrede für soetwas missbraucht wird.
          http://thautcast.com/drupal5/
          http://autismus-kultur.de/autismus/medien/taeter-und-opfer.html

    • Ich sehe jetzt keinen Zusammenhang zwischen Kindern, die von ihren Eltern zwangsweise eine „Autismusdiät“ aufgezwungen kriegen und Erwachsenen, die arbeits- oder obdachlos sind. Natürlich haben diese Erwachsenen auch Probleme, aber deswegen muss man doch die vermeidbaren Probleme der Kinder nicht kleinreden.

      Ich sehe allerdings auch nicht die Eltern als Opfer oder Co-Opfer. Von wem sollen sie denn zu Opfern gemacht worden sein? Sie entscheiden sich doch aus freien Stücken, ob sie ihr Kind nun gfcf ernähren oder ihm MMS in den Hintern pumpen. Deswegen werde ich diesen Eltern auch nicht verständnisvoll das Köpfchen tätscheln (Metapher). Ich kann bis zu einem gewissen Punkt diesen blinden Aktionismus nachvollziehen, dieses Gefühl „Man muss doch etwas tun“. Mein Verständnis hört aber an der Stelle auf, wo dann die Eltern mit ihren Fehleinschätzungen (durchaus sachlich) konfrontiert werden, ihnen andere Wege aufgezeigt werden und sie trotzdem an Quacksalberei festhalten.

      Mit der Aussage „Ach, die haben vielleicht auch Persönlichkeitsstörungen“ können sie vielleicht vor Gericht durchkommen. Ich bin allerdings kein Fan von Ferndiagnosen und als Entschuldigung finde ich es denkbar ungeeignet.

      Die Probleme für die Mangelernährung eines Kindes unter gfcf-Diät sehe ich nicht im Autismus begründet. „Das Kind ist Autist, für die Verätzungen am Po sind nicht die MMS-Einläufe verantwortlich sondern der Autismus?“ Wirklich? Mir ist das zu viel an Entschuldigung für etwas, das die Eltern ganz alleine entscheiden. Es zwingt sie niemand, den Autismus ihres Kindes auf diese Art zu „bekämpfen“.

      Ich diskutiere übrigens durchaus verständnisvoll mit Eltern, die zum ersten Mal damit ankommen, ob Impfungen den Autismus ausgelöst haben könnten (Nein!), eine gfcf-Diät helfen kann (Nein, wenn das Kind keine Zöliakie oder eine Milcheiweißallergie hat!) oder ABA nicht doch dafür sorgt, dass das Kind später selbstständig leben kann (Nein!). Ich gebe Tipps, wie man einen Tagesplan gestalten kann, wo man welche Hilfen und Hilfsmittel bekommen kann, wie man Overloads rechtzeitig erkennen kann und systematisch die Auslöser herausfinden kann usw. Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass diese Eltern erwachsen sind und damit auch die Verantwortung für ihr Tun tragen müssen.

      • Ich kann ihre Äußerung nur Unterschreiben, Methoden wie MMS und KIT gehören von der Politik ein für alle mal ins Reich der systematischen Menschenrechtsverletzung verbannt.
        Das größte Problem ist, wenn Eltern bei ihrem Kind natührliche Fortschritte sehen, vergessen
        dass auch ein autistisches Kind sich von alleine entwickeln kann und dann alles auf die „Therapie“ schieben um mit solchen Geschichte andere Eltern Anwerben, was zur Folge hat das noch mehr Kinder Leiden, weil deren Eltern denn auch zu solche Mitteln greifen.
        Bei dem von ihnen verfassten Artikel „Aussagen einer ABA-Mutter“ standen mir die Haare zu berge wie abfällig eine Mutter von ihrem Kind sprechen kann.
        @Küstennebel
        Von Verzweiflung sehe ich bei dem was die Mutter in dem Forumsbeitrag der in besagtem Artikel erwähnt wurde keine Verzweiflung, nur Hass gegenüber dem eigenem Kind.
        Zu dem sind solche Personen leider recht häufig zu finden, wenn man in den „richtigen Ecken“
        nachschaut.
        Auch da ist von dem angeblichem wohlwollen keine spur zu sehen, sondern nur stupide Mißhandlungsrechtfertigungen von Eltern, die die Pflicht haben ihr Kind vor Schaden zu schützen, notfalls auch vor der Gefahr die in manchen von den Eltern selbst ausgehen kann.
        Außerdem sollte jeder Verantwortungsbewusster Elternteil hellhörig werden, wenn zum Beispiel
        bei KIT erwähnt wird, dass es zu körperlichen schädigungen (in dem fall durch gewaltsames
        Festhalten verusacht) kommen kann oder von Todesfällen zu hören ist, die unmittelbar mit den
        Besagten „Therapien“ in verbindung gebracht werden können (merhrere bekannte fälle von
        Erstickungstoden bei der Durchführung von KIT bzw. Festhaltetherapie).
        Wie ich schon sagte.
        Bestimmte Dinge kann man nicht verstehen, außerdem fällt mir auf, dass diese „Verzweiflung“
        immer wieder als Ausrede und nicht selten auch als Mordrechfertigung vorgeschoben wird.
        Soetwas ist und bleibt unverzeihlich und werde jedesmal krank vor Wut wenn ich in den Zeitungen von „Verzweiflungstaten“ lese als ob autistischen Kindern einfach das Recht auf Leben abgesprochen wird, als würde man über einen Gegenstand reden und nicht über einen
        Menschen.
        Quellen:
        https://quergedachtes.wordpress.com/2014/10/22/emotionen-die-mir-die-sprache-verschlagen/
        http://autismus-kultur.de/autismus/medien/kein-mitleid-fuer-moerder.html
        Zudem ist der Vertrieb und das Bewerben von zumindest einigen MMS-Substanzen illegal und kann daher zur Anzeige gebracht werden.
        http://www.robotinabox.de/mms-das-bedenkliche-wundermittel/

        • Ich hatte den Fall LondonMcCabe zum Anlass genommen, darüber zu schreiben. https://butterblumenland.wordpress.com/2014/11/09/es-gibt-keine-entschuldigung/
          Und ich halte auch weiterhin an meiner damaligen Einschätzung fest. Es ist die Pflicht von Eltern, ihre Kinder vor Schaden zu bewahren. Und im Fall des Falles müssen sie eben zugeben, dass sie sich dem Leben mit einem autistischen Kind nicht gewachsen fühlen und die Konsequenzen ziehen. Das Kind kann nichts dafür, dass es ist wie es ist.

          • Vielen Dank für ihre Anteilnahme bei solchen Geschehnissen.
            Es gibt leider nicht so viele die genauso Denken.
            Meistens höre ich immer davon, dass zum großen Teil sogar Richter auf diese Mitleidsmasche der Eltern rienfallen, die ihre Kinder ermordet haben und beteuern, dass sie doch ach, so
            verzweifelt gewesen seien und plötzlich zum teil sogar freigesprochen werden, mit der genannten (der angeblich aus dem Autismus des Resultiernden) Verzweiflung als Urteilsbegründung, die so falsch daherkommt, weil die Eltern alternativen gehabt haben, um
            das Kind z.B. in Pflegefamilien oder ähnliches zu übergeben, sie hatten nicht nur die genannte Alternative, sonder auch die Pflicht das Kind notfalls vor sich selbst, d.h. den eigenen Eltern
            in Sicherheit zu bringen.
            Nicht nur das, es wird dann auch viel tam tam um die ach so tragische Diagnose Autismus gemacht, dass ernsthaft sehr viele für die Freilassung dieser Personen Demonstrieren, dass
            ich mir zwei Fragen stelle.
            1.Wie kann es sein, dass in einem Rechtsstaat die Behinderung als Freispruchbegründung
            herhalten muss und wie es die Richter schaffen mit derartig Verfassungswidrigen Urteilen
            (zumindest von der Begründung her) durchzukommen?
            2.Zeugt diese Einstellung nicht schon eine gefährlichen Hang zur Eugenik, die zum Ziel hat einen möglichst „genetisch sauberen Menschen“ zu züchten, was (ethisch gesehen) einen Rückschritt in die Zeit von vor 70 Jahren bedeutet und wie gefählich ist es, wenn so eine Denke noch so verbreitet ist?
            Genau diese Gedanken spuken bei mir im Kopf rum und lassen jedesmal ein Stück Glauben
            an die Menschheit sterben.
            PS: Nochmals Entschuldigung wegen eventueller Rechtschreibfehler.

      • Ich sehe jetzt keinen Zusammenhang zwischen Kindern, die von ihren Eltern zwangsweise eine “Autismusdiät” aufgezwungen kriegen und Erwachsenen, die arbeits- oder obdachlos sind. Natürlich haben diese Erwachsenen auch Probleme, aber deswegen muss man doch die vermeidbaren Probleme der Kinder nicht kleinreden.

        Es geht um das gesamte Gefüge, zwischen Leiden durch Autismus, Eltern die auch am Autismus ihrer Kinder verzweifeln und ggf. dysfunktionale Therapien, die Hoffnung und Lösungen anpreisen, aber Leiden erzeugen. Ich meine also damit, das es immer leidende Menschen gibt. Den Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen, Frauen und Männern, Jungen und Alten möchte ich nicht immer mitmachen und sehe ihn nicht immer angemessen, insbesondere hier, weil das Leiden ja nicht nur auf die betroffenen Kinder beschränkt bleibt, sondern auch die Eltern betrifft.
        Es geht also um die relative Zuordnung von Leiden bei Autismus. Autisten leiden WEIL sie Autisten sind, nicht weil die Welt sich verschworen hat Autisten das Leben zur Hölle zu machen. Auch wenn das in Teilen vorkommen kann.

        Darum ging es in dieser Aussage.

        Ich sehe allerdings auch nicht die Eltern als Opfer oder Co-Opfer. Von wem sollen sie denn zu Opfern gemacht worden sein?

        Vom Autismus ihrer Kinder.

        Ich bin allerdings kein Fan von Ferndiagnosen und als Entschuldigung finde ich es denkbar ungeeignet.

        Das ist eine wissenschaftliche festgestellte Tatsache, das Autismusanlagen vererbt werden und die Eltern der Betroffenen häufiger teilweise in das Spektrum fallen oder andere Auffälligkeiten haben. Das ist keine Meinung und steht auch nicht zur Debatte.
        Sie fordern also perfektes Eltern-Sein von denen, die es vielleicht selbst nicht können, weil sie möglicherweise selbst ADHS haben oder ins Autismus-Spektrum fallen.
        Es ist eben nicht so einfach, wenn man das alles genauer betrachtet. Gut und Böse Einteilung trifft hier einfach nicht zu, dafür ist das Thema zu komplex und der Wunsch und Antrieb nahezu aller Eltern für ihre Kinder zu sorgen viel zu stark. Leider heißt gut gemeint halt auch nicht gut gemacht und da komme ich eben zu dem Punkt, das man ohne Verständniss nicht weiter kommt. Man muss die Betroffenen abholen wo sie sind, wenn man überhaupt auf eine Chance setzt, etwas zu bewegen im anderen Lager.

        ich bin trotzdem der Meinung, dass diese Eltern erwachsen sind und damit auch die Verantwortung für ihr Tun tragen müssen.

        Sie verwechseln da glaube ich etwas. Wenn ich von Verstehen, Verständniss und so weiter rede, spreche ich niemals davon, das man die Täter entschuldigt oder ihnen die Verantwortung abnimmt.
        Für die Schäden an den Kindern sind diese Eltern immer auch verantwortlich. Das ist nicht meine Aussage.

        Ich sage nur, das es wichtig ist, die Beweggründe zu verstehen, die emotionalen Verstrickungen nachzuvollziehen, Fehler auch Fehler sein zu lassen, mit Vorwürfen aufzuhören und sich darauf zu konzentrieren andere Lösungen anzubieten.
        Sie machen das ja schon allgemein so. Nur manchmal ist Ihre Art der Aufklärung nicht zielführend, weil zu spöttlend, meiner Meinung nach. Damit erreicht man niemanden, sondern schreckt die Leute ab.

        Wenn Sie einen Fehler machen, und ich lache Sie aus, Verspotte Sie. Wie groß ist die Chance das Sie mir dann zuhören und auf meine Hinweise eingehen?
        Wenn Ich im Gegenteil glaube das Sie einen Fehler gemacht haben, weil sie es nicht besser konnten oder wußten, aber im Kern das richtige tun wollten und ich Ihnen diesen Respekt und die Achtung entgegenbringe, ihnen auch beipflichte, das ein Fehler kein Beinbruch ist, man kann ihn korrigieren. Würden Sie nicht in diesem Falle lieber zuhören?

        Darum geht es mir.

        MFG

        • Die Eltern werden vom Autismus ihrer Kinder zu Opfern gemacht? Tut mir leid, aber da kann ich gerade nicht mehr sachlich bleiben.
          *Sarkasmus on* Die armen, armen, armen Eltern. Haben sie doch kein perfektes Kind bekommen. Und womöglich hat es auch noch eine andere Augenfarbe als gewünscht. *Sarkasmus off*
          Das Leben ist kein Wunschkonzert. Kinder groß zu ziehen ist nie eitel Sonnenschein und alles läuft perfekt. Auch „normale“ Kinder stellen ihre Eltern vor Herausforderungen, sind trotzig und bockig, haben ihren eigenen Willen und einen eigenen Kopf, wollen vielleicht kein Einser-Abitur mit anschließendem Studium machen sondern lieber Verkäufer im Einzelhandel werden und so weiter. Deswegen sind die Eltern doch keine Opfer. Ein Opfer ist jemand, der durch etwas Schaden erleidet. Der Autismus eines Kinder fügt Eltern keinen Schaden zu. Er stellt sie vor Herausforderungen, mit denen sie nicht gerechnet haben, ja. Das würde aber auch passieren, wenn ein Kind im Alter von 3 Jahren durch einen Verkehrsunfall beide Beine verlieren würde. Deswegen wären aber nicht die Eltern die Opfer dieses Verkehrsunfalles.
          Ob ein Autist sich selbst als Opfer des Autismus sieht, überlasse ich jedem Autisten selbst. Und darüber maße ich mir kein Urteil an. Da geht ja die Selbstwahrnehmung sehr weit auseinander.

          Ich verlange von Eltern keine Perfektion. Zwischen Kindesmisshandlung (auch mit besten Absichten) und Perfektion befindet sich ein weites Feld.

          Ich habe weiter oben und auch in anderen Blogbeiträgen schon geschrieben, dass ich bis zu einem gewissen Grad durchaus Verständnis für die Eltern habe. Aber: Wenn jemand genau weiß, dass das was er macht falsch ist und trotzdem weiter macht oder sogar versucht, andere Leute ebenfalls auf diesen Weg zu führen, dann endet mein Verständnis. Schlagartig. Da dies mein persönliches Blog ist und ich nirgendwo behauptet habe, eine sachliche Aufklärungsseite zu sein, werde ich meine persönlichen Empfindungen dazu weiterhin niederschreiben. Und wenn meine Ausdrucksweise dann eben Ironie, Sarkasmus und Zynismus enthält, dann ist das meine Art, damit umzugehen. Sachliche Aufklärungsarbeit betreibe ich an anderer Stelle. Und da unterdrücke ich durchaus öfter meine privaten Empfindungen und versuche, mich auf die Perspektive meines Gegenübers einzulassen, um ihn argumentativ zu erreichen. Das gelingt mir nicht immer. Und manchmal möchte ich auch einfach nur jemanden nehmen und ihn selbst mal 3 Stunden lang auf dem Boden fixieren, damit er weiß, wie sich das anfühlt. Mache ich aber nicht.

          • Eigentlich sind wir durchaus im groben derselben Auffassung, nur im speziellen Fall wollte ich einige erweiterte Ansichten und tiefere Einsichten anbieten, die auf sachlicher Ebene nachvollziehbar sein sollten. Jedoch überfordert das wohl diesen Kommunikationsweg über die Kommentarspalte hier.

            Belassen wir den Diskurs bis hier hin.

            Danke für Ihre Antworten und die Gesprächsbereitschaft!

            MFG

  6. Pingback: Mein Aufreger des Tages – Autismusdiät | butterblumenland

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